Häufig gestellte Fragen - FAQ

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Welche Fächer gibt es bei Ihnen in der Schauspielausbildung?

Unsere Basisausbildung besteht aus den Fächern Schauspiel, Camera-Acting, Stimme, Chorgesang, Bewegung, Theorie, Berufskunde und Selbstmarketing. Im Schauspiel lernen unsere Schüler das nötige künstlerische Handwerkszeug, um auf einer Bühne oder vor der Kamera professionell arbeiten zu können. Unser Lehrplan basiert auf den Prinzipien des Russisch-Sowjetischen Schauspielpädagogen K.S. Stanislawski. Als sehr bereichernd empfinden wir das amerikanische „method-acting“. Arbeitsweisen der führenden Vertreter wie: Strasberg, Adler, Batson, Meisner und Moss haben wir in unsere Ausbildung integriert. Im Fach Stimme kombinieren wir das moderne Training von Kristin Linklater (das in Amerika führend ist) mit den Prinzipien der klassischen Sprecherziehung. Im Fach Bewegung gibt es neben den Grundlagen der Bühnenbewegung u.a. klassischen und modernen Tanz, Akrobatik, Maskenspiel, Bühnenkampf und Grotowski-Körperarbeit.

Diese Basisausbildung beinhaltet alles, was ein Schauspieler unserer Ansicht nach können muss - unabhängig vom Metier, in welchem er später arbeiten möchte. Interessierte Schüler, die ihre Spezialinteressen weiter fördern wollen, können kostenpflichtig Module dazubuchen, wie z.B. Bühnenfechten, Biomechanik.
Das Absolvieren der zusätzlichen Module ist nicht erforderlich, um einen Abschluss zu bekommen, kann aber die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich steigern.


Welche Kosten entstehen für mich?

Die Ausbildung kostet 390 € im Monat. Die Eignungstests sind kostenlos, ebenso wie die Prüfungen während der Vertragslaufzeit.
Es entstehen also keine verdeckten Kosten!
Natürlich müssen die Kosten für Unterrichtsmaterialien (Textbücher, Schminke etc.) vom Schüler selbst getragen werden. Für Kostüme haben wir einen Fundus, der von jedem Schüler genutzt werden kann. Bestehen darüber hinaus Kostümwünsche, müssen diese Kostüme vom Schüler organisiert werden.


Warum sollte ich Schauspieler werden?

Dafür kann es viele Gründe geben:
Zunächst einmal werden Schauspieler gebraucht - so absurd das angesichts der hohen Arbeitslosigkeit unter Künstlern klingen mag. Schauspieler werden in jedem Gemeinwesen gebraucht. Sie erwecken Geschichten zum Leben, sie befügeln die Emotionen und die Fantasie ihrer Zuschauer. Sie handeln und verhalten sich entweder als Vorbilder oder als ein abschreckendes Beispiel. Manchmal vereinen sie beides in sich und fordern den Zuschauer zur eigenen Wertebildung heraus.
Indem sie solches tun, haben sie einen wichtigen Platz bei der Wertebildung innerhalb eines Gemeinwesens inne - kein Gemeinwesen, das an Zukunft und Beständigkeit interessiert ist, kann auf die Kunst der Schauspieler verzichten.
Die Erregung von Emotionen, die Komik, das Nachdenken, das Abtauchen in phantastische oder scheinbar reale Welten, was gerade durch die Schauspielkunst provoziert wird, spielt fast täglich eine große Rolle bei der Erhaltung des seelischen Ausgleichs der Menschen. Wie viele Menschen würden wirklich freiwillig auf die Geschenke verzichten, die ihnen die Schauspielkunst fast täglich beschert? Die Kino- und Fernsehfilme, die Serien, Soaps, Telenovelas, die Shows, das Kabarett, die Comedy, die Theaterstücke für Kinder oder Erwachsene, die Events und Festspiele und, und, und... Das alles kann ohne Schauspieler nicht existieren. Nur wer auf all das wirklich verzichten möchte, kann sich einbilden, die Schauspielkunst sei überflüssig. Und das ist nicht die Mehrheit der Gesellschaft!
Selbst die Wirtschaft weiß, dass sie ohne die Hilfe von Künstlern (Schriftstellern, Grafikern, Musikern, Fotografen, Schauspielern etc.) viele - wirklich überflüssige - Produkte nicht verkaufen würde. Auch Politiker bedienen sich sehr gern der Künstler, um die Herzen der Menschen zu erreichen. Die Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen.
Schauspieler werden gebraucht!
Der Beruf ist so vielfältig, dass man Schauspieler nicht nur im künstlerischen Bereich finden kann, sondern auch als Sprecher, Kommunikationstrainer etc..

Wer den Beruf „Schauspieler“ lernt, der lernt auch viele Kompetenzen außerhalb der Kunst: das Erkennen, Annehmen und Managen eigener Gefühle, ein geschärfter Blick für die Verhaltensweisen der Mitmenschen, selbstbewusstes Auftreten vor anderen Menschen, Lampenfieber und Prüfungsangst überwinden, Entwicklung von Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit, verbesserte Kommunikationsfähigkeit - das sind nur einige Aspekte einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung, die innerhalb einer Schauspielausbildung stattfindet.

Es gibt viele gute Gründe, Schauspieler zu werden.


Warum brauche ich eine Schauspielschule?

Vor diese Frage sehen sich eine Menge Interessenten gestellt. Gibt es nicht genügend Beispiele, dass talentierte Menschen ohne Ausbildung sehr erfolgreich sein können?
Natürlich gibt es diese Beispiele. Auch eine ganze Menge der Darsteller, die wir jeden Tag in Soaps und Telenovelas sehen, haben nie eine Schauspielschule besucht. Sendungen die DSDS suggerieren, dass man sich manchmal zwar heftig beleidigen lassen muss - aber doch in relativ kurzer Zeit erfolgreich werden kann, ohne eine jahrelange Ausbildung absolvieren zu müssen.
Das alles gibt es. Klar.

Aber genauso ist auch nachzuvollziehen: je besser meine Ausbildung ist, desto weniger Glück ist dabei, wenn ich einen Job bekomme!

Eine Schauspielschule ist eine große Chance, viele Dinge zu lernen, die eine wirklich wichtige Vorbereitung auf das spätere Berufsleben sind. In einer gut konzipierten Ausbildung lernen Schüler nicht nur, das besser zu nutzen, was sie ohnehin schon gut können. Die Schauspielschule ist ein geschützter Raum, in dem man Dinge ausprobieren kann, für die später im Kunstbetrieb das Risiko häufig zu hoch ist - zum Beispiel, Rollen zu erproben, die scheinbar nicht zu einem passen. Viele Schüler und Studenten entdecken dabei Fähigkeiten in sich und an sich, die sie nie vermutet hätten.
In einer Schauspielschule kann man auch sehr gut lernen, wie man mit dem Druck, den der Beruf mit sich bringt, besser umgehen kann. Viele Kollegen in der Praxis flüchten vor dem Druck in Alkohol oder andere Drogen. An einer Schauspielschule kann man lernen, wie es anders geht.
An einer Schauspielschule hat man Gelegenheit, künstlerische Krisen meistern zu dürfen, ohne gleich den Job zu verlieren. So kann man über die Zeit lernen, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln.
Die Schulung des künstlerischen Handwerkes ist etwas, was man sich beinahe nur exklusiv an einer Schauspielschule aneignen kann. Mit der Sprache wirklich differenziert und vielfältig zu arbeiten, den eigenen Körper bewusst zur Gestaltung von Situationen und verschiedenen Rollen einzusetzen, Texte in Theaterstücken und Drehbüchern so zu analysieren, dass man wirklich kreative Ideen für das eigene Spiel daraus ziehen kann - all diese Dinge gibt es an einer Schauspielschule zu lernen.
An einer Schauspielschule kann man erfahren, welchen Einfluss die Gruppendynamik auf die eigene Arbeit hat - und wie man die Gruppendynamik besser gestalten kann, um eine wirklich gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen.
In einer Schauspielschule arbeiten verschiedene Kollegen aus verschiedenen Fächern zusammen. Die künstlerische Entwicklung kann so nachhaltiger und koordinierter unterstützt werden, als es durch Workshops und Einzelunterricht gewährleistet werden kann.

Im Berufsleben wird häufig nur das ausgenutzt, was man ohnehin gut kann. Nur eine Ausbildung kann verborgene Talente entdecken und schulen, kann die eigenen Fähigkeiten so erweitern, dass man später auf dem Markt eine breitere Palette anzubieten hat als ohne Ausbildung.

Die Vorteile einer Schauspielschule liegen auf der Hand.


Muss man unbedingt Schauspieler werden wollen, um von Ihrer Ausbildung zu profitieren?

Nein. Was man an einer Schauspielschule lernt, hat nicht nur sehr positive Auswirkungen auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung - man eignet sich Fertigkeiten an, die sich in sehr verschiedenen Berufen sehr positiv auswirken können. Teamfähigkeit, Professionalität, verbesserte Kommunikationsfähigkeit, Achtsamkeit für eigene Emotionen, Kompetenzen im Umgang mit Körpersprache, verbesserte Menschenkenntnis, souveräneres Auftreten, Überwindung von Lampenfieber und Prüfungsangst - das alles sind Kompetenzen, die man in einer Schauspielschule besonders intensiv und nachhaltig erlernen kann.


Brauche ich eine staatliche Anerkennung, um als Schauspieler arbeiten zu können?

Nein.


Warum raten mir Schauspieler ab, diesen Beruf zu ergreifen?

Das ist eine sehr gute Frage. Es wäre nachvollziehbar, dass jemand, der sich selbst bewusst gegen den Beruf der Schauspielerei entschieden hat, anderen von diesem Beruf abrät. Dass aber jemand, der diesem Beruf immer noch ausübt, anderen davon abrät, ihn zu ergreifen - nun, das ist ein wirklich merkwürdiges Verhalten. Die Ursachen mögen im Einzelfall sehr verschiedene sein - hier ein paar Hypothesen:

  • Verunsicherung möglicher Konkurrenten. Warum der Konkurrenzkampf gerade unter Schauspielern besonders ausgeprägt ist, kann man nur vermuten. Natürlich tun potentielle Arbeitgeber alles dafür, ihn zu schüren; drückt er doch den Lohn nach unten und macht die Leute gefügig. Vielleicht ist es ja auch in anderen Berufen so: aber viele Schauspieler empfinden jeden, der diesen Beruf ausübt oder erlernen will als Konkurrenten - so absurd das auch im Einzelfall erscheinen mag. Auf Grund von Eignungsprüfungen, denen sich viele vor ihrer Ausbildung unterziehen mussten, haben eben auch einige Schauspieler das Bedürfnis, sich besonders und auserwählt zu fühlen. Dieses Gefühl, exklusiv zu sein wird minimiert, je mehr Leute in diesem Beruf arbeiten.
  • Bedürfnis nach Anerkennung der eigenen Leistung. Leider erleben es gerade Schauspieler häufig, dass ihre beruflichen Leistungen von vielen unterschätzt werden. Sprüche wie: „Na, abgesehen vom vielen Textlernen, kann das doch jeder.“, „Sind wir nicht eigentlich alle Schauspieler?“ erzeugen das verständliche Bedürfnis, der Umwelt zu erklären, wie hart man arbeiten muss - und wie schwer man es hat.
  • Herausforderung der Motivation. Gerade an Schauspielschulen wird den Bewerbern gern abgeraten. Meist geschieht das, um herauszufinden, ob der Bewerber den Beruf TROTZDEM ergreifen möchte.
  • Schwimmen mit dem Strom. Da jeder erzählt, dass die Branche sehr hart und brutal ist, quatscht man das eben nach, ohne weiter darüber nachzudenken. Und da man zu fast jeder Überzeugung in der Realität Beweise findet, ist es auch leicht, das allgemeine Gerede mit Beispielen auszuschmücken.

Lieber Bewerber. Das Leben kann in jedem Beruf sehr hart oder sehr erfüllend sein. Die wirtschaftliche Lage kann in jedem Beruf drückend werden - oder man kann sehr erfolgreich werden. Schauspieler stellen sich gern als Ausnahme dar - sie sind es aber nicht.


Warum bezeichnet man das Schauspiel als „brotlose Kunst“?

Die Frage ist viel mehr: warum werden viele Künstler so schlecht bezahlt, wenn ein Gemeinwesen auf die Kunst doch nicht verzichten kann?
Für den Schauspieler gilt das, was für viele andere Künstler gilt: die Ausübung der Kunst selbst kann eine so starke Befriedigung sein, dass sie schon als Lohn genug empfunden wird. Viele gewissenlose „Arbeitgeber“ nutzen dies aus, um die künstlerischen Leistungen für wenig oder gar kein Geld zu erhalten.
Schauspieler müssen lernen, den Wert ihrer Arbeit für andere zu erkennen und zu schätzen. Sie müssen lernen, einen Preis für ihre Arbeit zu fordern, und diese zu verweigern, wenn der Preis nicht bezahlt wird. Schließlich werden ihnen die Brötchen beim Bäcker auch nicht geschenkt.





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